Montag, 15. Oktober 2012

Double Feature - Was haben Zwitter mit Adam Sandler gemeinsam?

Liebe Leserinnen und Leser, 

vor wenigen Monaten verkündete ich meinen Blog auf Eis zu legen. Doch wie das oft so ist, hat mich nun wieder die Lust gepackt. Zur Wiederauferstehung gibt es nun erst einmal ein so genanntes Double Feature mit zwei Reviews, die ich bereits vor langer Zeit geschrieben und an anderer Stelle (Moviepilot) veröffentlicht hatte. Damit auch mir der Einstieg in den Blogger-Alltag ein wenig leichter fällt, werden danach auch noch zwei weitere schon publizierte Kommentare nachgereicht bevor es dann wieder mit den ganz frischen Eindrücken weitergeht. Nun hoffe ich, dass ich euch diesmal ein wenig länger erhalten bleiben kann. Also, los geht's! Auf ein Neues...
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XXY [Lucía Puenzo | ES, AR, FR 2007]


„Ich bin ein Monster“, sagte Alex in einem der vielen Gespräche mit Alvaro und spiegelte damit endgültig das einfältige Bild wider, dass die Menschen von ihm/ihr haben. Er/Sie ist nämlich zugleich Mann und Frau, eine ungewöhnliche Laune der Natur, mit der Alex und ihre/seine Familie abgelegen vom Klatsch und Tratsch der Leute zurecht zu kommen versuchen. Als schließlich ein Schönheitschirurg mit Frau und Sohn für ein paar Tage in das Haus der Familie zieht, muss sich Alex mehr denn je mit ihren Wesen auseinandersetzen und steht vor einer schwierigen Entscheidung. Stehe ich zu dem, was ich bin oder bin ich lieber so, wie alle anderen? Sehr ruhig und authentisch inszeniert Puenzo seinen einfühlsamen Appell an unsere Toleranz und konfrontiert uns dabei weder zu brav, noch zu aufdringlich mit unserer Angst vor dem Anderssein, während den Fokus auf ebenso besorgniserregende wie vernünftige Reaktionen von Alex' Mitmenschen wirft.  XXY funktioniert nicht nur  als tiefsinniges Drama über einen intersexuellen Menschen, sondern blickt auch tief in die Welt eines Teenagers mit all seinen Problemen auf der Suche nach dem Ich, während er mit seiner Hauptdarstellerin gemächlich reift. Ans Ziel, jedermanns Erkenntnis, kommt der Film jedoch verständlicherweise nicht und widmet sich stattdessen in der letzten Kameraeinstellung den unendlichen Weiten des Ozeans, denn er scheint überall eben, gleich und neutral. Eine Sichtweise, die den meisten Menschen noch fehlt. 

7/10
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Punch-Drunk Love [Paul Thomas Anderson | USA 2002]


Es ist schlichtweg bemerkenswert wie Wunderkind Anderson selbst dem so ausgelutschten, skurrilen Liebesfilm von Harry und Sally bis True Romance noch etwas Neues, völlig Erfrischendes abgewinnen kann. Weg von monumentalen Meisterwerken in Überlänge schafft er mit Punch-Drunk Love das komplette Gegenteil seiner vorangegangenen Filme und beweist damit ungeheure Vielseitigkeit. Während er hier zwar weiterhin auf altbewährte Mittel wie langsame Kamerafahrten, das Spiel mit Licht und Schatten und einem alles überstrahlenden Score arbeitet, verleiht er seiner Geschichte, und das brauch sie, ebenso eine große Portion Herz, Sympathie und Verständnis. Ein herrlich abgedrehter, süßer Film mit einem durchaus angenehm aufspielenden Adam Sandler und nur aufgrund seiner eher unbedeutenden Thematik zu Unrecht im Schatten Andersons anderen Werke.

8/10

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